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Bleibt uns treu, auch im April geht es zügig weiter
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Wir fuhren entlang der Bahía Concepción mit ihren vielen schönen Buchten und dem blauem, spiegelglatten Meer. Bei zwei verschiedenen Buchten haben wir direkt am Meer übernachtet. Seit wir Loreto verlassen haben, war das Wetter nicht mehr so schön und in der Nacht regnete es immer wieder. So verliessen wir die Bahia Concepción und fuhren ins Oasestädtchen Mulegé. Die Stadt war lange isoliert und schwer zugänglich, der MEX Highway Nr. 1 auf der wir Mulegé erreichten, wurde erst 1976 gebaut. Am Nachmittag wurde es wieder sonnig und wir machten einen Spaziergang am Fluss entlang zum Meer. Wir sahen auch, dass vom letzten Sturm viele Häuser weggespült wurden und grosse Teile der Strasse einfach weg waren und viele Palmen lagen umgeknickt auf der Seite.
Als wir den Camping in Mulegé verliessen, haben sie eine neue Umleitung erstellt. Die Mexikaner fahren mit einem Bagger durchs Feld und fertig ist die Umleitung. Zum Glück war es die letzten zwei Tage trocken, sonst hätten wir keine Chance gehabt diese zu befahren. Also blieb uns nichts anderes übrig, als in dieser Furche entlang zu fahren, in der Hoffnung das alles gut geht. Und ja es ging alles gut, ausser vielen neuen Kratzern im Lack haben wir es wieder einmal überstanden. In Santa Rosalia fuhren wir ins Städtchen und parkierten unseren Phöni an der Strasse. Beim Anblick der alten Holzhäuser fühlte man sich ein wenig in das koloniale Frankreich versetzt. Die Franzosen errichteten hier aus Fertigteilen eine von Gustave Eiffel für die Weltausstellung 1889 entworfene Metall-kirche. Per Schiff, nach einer längeren Odyssee via Afrika, wurde sie nach Mexiko verfrachtet. Darüber hinaus ist die Stadt mit ihren 12.000 Einwohner jedoch nicht weiter spannend. Nach einem Einkauf in der französischen Bäckerei sind wir weiter nach San Ignacio gefahren. Wir stellten unser Womo an der schattigen Plaza ab, wo nebenan die imposante Missionskirche steht. Wegen ihrer Barockfassade zählt sie zu den eindrucksvollsten Bauten kolonialer Architektur auf der Baja. San Ignacio wurde 1728 von Jesuiten als Mission gegründet, um die dort lebenden Cochimí-Indianer zu bekehren. Es war noch nicht spät und nachdem wir feine Tortillias gegessen hatten, sind wir kurz entschlossen noch bis zur Lagune Oje de Liebre gefahren. Kurz vor Guerrero Negro ging es links von der MEX1 weg und schon bald standen wir zwischen riesigen Salzfeldern. Übrigens den Namen der Stadt bedeutet übersetzt "Schwarzer Krieger". Diesen Namen hat die Stadt von dem amerikanischen Schiff Black Warrior erhalten, das hier 1885 versank, weil es mit Walöl überladen war. Guerrero Negro ist der perfekte Ausgangspunkt, um zum Parque Nacional de la Ballena Gris (Grauwal-Nationalpark) zu gelangen. Zwischen Januar und März ist hier Hochsaison, viele Menschen unternehmen Ausflüge zu der Lagune Ojo de Liebre, wo die Meeressäuger beobachtet werden können. Jährlich suchen die Wale diese Lagune auf, um dort zu kalben und lassen sich bei ihren Aktivitäten im Wasser nicht von Zuschauern stören. Gerade dieser Waltourismus ist von grosser wirtschaftlicher Wichtigkeit für den Ort, aber auch die kommerzielle Salzgewinnung. Rund um die Stadt befinden sich grosse Verdunstungs- becken, in die das höchst salzhaltige Wasser der Lagune eingeleitet wird. Innerhalb von nur drei Monaten verdunstet das Wasser und zurück bleibt das pure, auskristallisierte Salz. Mit riesigen Baggern wird das Salz, das die Landschaft in ein schneeartiges weiss hüllt, zusammengeschoben und im Anschluss zum Reinigen und Verpacken wegtransportiert. Am Abend genossen wir, wie schon oft bei einem Sundowner, einen sagenhaften Sonnenuntergang. Am nächsten Tag war es dann soweit, wir fuhren mit einem Boot in die Lagune und von weitem sahen wir die ersten Wale. Im Gegensatz zu den kiemenatmenden Fischen sind Wale Lungenatmer und darum gezwungen, zum Luftholen an die Wasseroberfläche zu kommen. Beim Atmen öffnen bestimmte Muskeln die beiden Verschlusskappen der Blaslöcher. Beim Auftauchen stösst der Grauwal dann mehr als 1.000 l Luft aus dem Blasloch heraus. Die Mixtur aus Luft und Wasser kann bis zu vier Meter in die Höhe geschleudert werden. In einer Doku berichteten sie darüber, dass die Grauwale nicht nur brutal abgeschlachtet worden sind, sondern dass es sogar Kämpfe gab zwischen Wal und Mensch. Unglaublich sei es, so die Biologen, dass der Grauwal, obwohl Tiere, die bei dem Massaker dabei waren (man bedenke das Grauwale sehr alt werden), nun so zutraulich sind. Vergessen haben die Wale das nicht, deshalb gehen die Meeresbiologen davon aus, dass der Wal mehr besitzt als einen Instinkt. Unglaublich? Nein, sogar die Kälber nehmen mit den Menschen Kontakt auf, obwohl die Mutter dabei ist. Der Ausflug zu den Walen in der Laguna Ojo de Liebre war ein tolles Erlebnis, das ich (wir) nicht so schnell vergessen werden (Video ansehen). NachAuch der Sonnenuntergang am Abend war wieder sehr eindrucksvoll.
Am nächsten Morgen war der Himmel verhangen und es sah nach Regen aus. Es roch richtig nach Salz und wenn die 20 km Lehmpiste nass werden sollte, hätten wir warten müssen, bis sie wieder trocken wäre. Dazu hatte ich keine Lust und wollte deshalb weiter nach Guerrero Negro fahren. Beim Aussteigen auf dem RV-Platz Marissamo wurde mir gleich schlecht! Nicht weil ich was Schlechtes gegessen hätte, nein im Gegenteil, sondern ich hörte ein Zischen. Genau so wie in Los Barriles als wir wegfahren wollten und keine Luft mehr hatten. Ich fuhr auf den Stellplatz, schaltete den Motor aus und Esti sollte versuchen zu hören, wo das Zischen herkam. Es war aber nichts zu hören, ich habe da vermutlich wieder Flöhe husten gehört. Auch schien alles ok zu sein, denn der Luftdruck war normal. Aber Flöhe husten nun mal anders und so entschloss ich mich, das gute WiFi zu nutzen und eine neue Luftleitung zu bestellen. Ende Monat kommt unser Sohn mit Familie zu Besuch und er kann sie mir mitbringen. Ihr wisst ja, die Ersatzteile, die man dabei hat, gehen in der Regel nie kaputt. Am nächsten Morgen fuhren wir wieder zurück in die Provinz Baja Norte. Da wir eine Fruchtkontrolle passieren müssten, machte Esti aus den noch vorhandenen Früchten Marmelade. Natürlich interessierte sich Niemand für unsere Früchte, wir konnten ohne anzuhalten weiterfahren. In Bahia de Los Angeles angekommen, fuhren wir erst einmal ins Dorf um unsere Vorräte aufzufüllen. Unseren kleinen Hunger haben wir mit Tacos gestillt und im Laden nebenan gab es kühles Bier und gutes wifi. Iris und Wolfram, die mit uns Richtung Norden fahren, müssen noch eine Haftpflicht-Versicherung für die USA haben. Es ist etwas schwierig, da offensichtlich diverse Versicherungen keine europäischen Fahrzeuge mehr versichern wollen. Auch wir haben unsere Agentin angeschrieben und auch sie bestätigte uns, dass sie ab März keine neuen Verträge mehr abschliessen könne. Unsere Versicherung ist noch bis Ende Mai gültig, sie werde aber versuchen, unsere Police um ein weiteres Jahr zu verlängern. Beim Daggerts Beach RV-Platz haben wir zwei schöne Stellplätze bekommen und geniessen beim Apéro den Sonnenuntergang und die Sicht auf die Bucht.
Wieder durchqueren wir die schöne Desierto Central de Baja California - die Cataviña-Wüste, die zum grössten Teil unter Naturschutz steht. Hunderte von verschiedenen Kakteenarten sollen hier beheimatet sein. Ich sehe zwar keinen grossen Unterschied, denn für mich sehen die stacheligen Dinger alle gleich aus. Als wir in El Rosario Diesel tankten, hörten wir beide wieder ein zischendes Geräusch. NEIN, nicht schon wieder! Es scheint, als hätten wir schon wieder irgend wo einen Luftverlust. Wir fuhren weiter, immer den Luftdruck im Auge, nach Santa Maria zum Fidel‘s El Pabellón Palapas. Natürlich schlief ich diese Nacht weniger gut, da ich immer überlegte, wie man dieses Problem am “einfachsten” lösen könnte. Wir müssen ja nur noch bis LA kommen, wo die neue Leitung ende Monat ankommt. Da der Luftverlust gering sein muss und der Kompressor genügend Luft liefern kann, fuhren wir weiter nach San Quintin. Bei Eddi´s RV-Park blieben wir eine Nacht bevor es weiter nach La Bufadora ging. Wir übernachteten bei Campo5 auf einer Anhöhe mit super Aussicht. Die Temperaturen stiegen über 30 Grad und so beschlossen wir, nach der Besichtigung von La Bufadora, zum La Jolla Beach Camp direkt an den Strand zu fahren. Hier blieben wir übers Weekend und ich versuchte meine Reparatur-Idee umzusetzen. Wie ich vermutet hatte, war die gelötete Stelle wieder undicht. Leider kommt man mit einem 30iger Schraubenschlüssel nicht an die Stelle ohne Kühlwasser abzulassen, um Wasserschläuche, Kühlerverschalung und den Ventilator zu entfernen. Meine Idee war, Schlauchschellen über dem Riss zu platzieren, um den Luftverlust wenigstens etwas zu minimieren. Wolfram hatte noch einen Metallkleber in Form einer Knetmasse, mit der man Kühlerlecks reparieren kann und da ich nur mit einer Hand zum Leck kam, entschloss ich mich erstmal diese Knetmasse zu probieren. Dies mit Erfolg, denn es zischt bedeutend weniger. Um keine unnötigen Kilometer zu fahren, beschloss ich, durchs Valle de Guadalupe  nach Tecate (Grenze) und weiter zum Anza-Borrego State Park zu fahren. Nach dem Einkaufen mussten wir uns nun auch von Iris und Wolfram verabschieden. Genau wie wir, nur eine Woche früher, bekommen sie über die Osterferien Besuch von ihren Kindern. Da ihre Routenplanung, nach ihrem Besuch, auch vorsieht ins Death Valley zu fahren werden wir uns vermutlich dort wieder treffen, wir freuen uns schon jetzt darauf. Die Temperaturen sind angenehm und wir geniessen das heisse Wasser von Agua Caliente  und machen kleine Wanderungen im Anza-Borrego State Park, bevor wir nach Los Angeles fahren. Davon mehr nächsten Monat.